Sonntag, 8. April 2012

Das Paradoxon erschafft sich selbst.

GG darf nicht mehr nach Israel einreisen. Nicht nur ist das eine völlig unverhältnismäßige, hysterische und unpassende Reaktion (die auf selbstgerechter Entrüstung basiert, die wiederum durch eine künstliche Kontroverse entstanden ist) auf die Meinungsäußerung eines Schriftstellers, der seinen literarischen und damit kulturrelevanten Zenith längst überschritten hat, sondern diese Reaktion legitimiert nachträglich einerseits Grass' Meinungsäußerung und andererseits seine eigene Entrüstung über die entrüsteten Reaktionen auf seine Meinungsäußerung.

Im Ernst: Haben denn die Politiker keine PR-Berater? Wieso huldigt Israel dem Schriftsteller Grass durch öffentliche Legitimierung seiner Person als ernstzunehmender politischer Kommentator? Die beste, weil einfachste, kürzeste und deutlichste Reaktion wäre eine solche gewesen, welche der Fox News Channel zur Quasi-Kunstform erhoben hat, wann immer er sich Kritik ausgesetzt sieht; in diesem Fall: ein einziger abschätziger Satz zur kulturellen Irrelevanz des Kritikers, herablassend verbunden mit den besten Wünschen für, z.B., seinen Lebensabend. Und fertig.

UPDATE:
Tom Segev wird ein weiteres Mal interviewt und wiederum stimmen wir ziemlich überein in unserer Meinung.

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